Politiker zum Thema Abtreibung


Interview mit der Frauensprecherin Claudia Sorger  von der SLP = sozialistischen Links Partei zum Thema Abtreibung: www.slp.at

 

Einer humanen Gesellschaft unwürdig: Abtreibungsreform in Österreich gefordert

Graz (ALfA). Eine tiefgreifende Reform der am 23. Januar 1974 in Österreich beschlossenen Fristenregelung fordern die ÖVP-Politikerin Sissi Potzinger, Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes Steiermark, der ÖVP-Bundesrat Vincenz von Liechtenstein und der Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholischen Organisationen in der Steiermark, Andreas Kirchmair. Das berichtet die katholische Tageszeitung Die Tagespost (Ausgabe vom 22. Januar 2004). Potzinger fordert das Recht jeder Frau auf eine kostenlose, ausführliche psychosoziale Beratung, eine Trennung zwischen beratendem und abtreibendem Arzt sowie eine verpflichtende Nachdenkpause von drei Tagen, so Die Tagespost. Jede Entscheidung für eine Abtreibung ist eine Entscheidung gegen das Leben. Wir wollen aber eine lebensbejahende Kultur, zitiert das Blatt die Politikerin. Andreas Kirchmair habe an die Politiker appelliert, das Abtreibungsgesetz zu ändern. Von den Bischöfen habe er ein mutigeres und klareres Bekenntnis zum Lebensschutz gefordert. Er wünsche sich, dass sich auch einmal ein Bischof vor eine Abtreibungsklinik stellt und betet, zitiert Die Tagespost Kirchmair. Als Skandal sondergleichen hat er laut dem Blatt die Tatsache bezeichnet, dass behinderte Kinder bis unmittelbar vor der Geburt straffrei abgetrieben werden dürften. Das sei unerträglich und einer humanen Gesellschaft unwürdig, so Kirchmair. Wie die Zeitung weiter berichtet hat Bundesrat Vincenz von Liechtenstein betont, dass ohne die Abtreibungen die heutige Pensionsproblematik und die Verschiebungen in der demographischen Entwicklung nicht entstanden wären. Kirchmair habe ergänzt: Wir koennen uns die Abtreibung einfach nicht mehr leisten, zitiert Die Tagespost den Dioezesankomitee-Vorsitzenden. Potzinger hat laut dem Blatt unterstrichen, Kinder seien für den Staat das beste Geschäft, weil die Kosten weitgehend privatisiert seien, während der Nutzen der gesamten Gesellschaft zugute komme. Laut der Tagespost werden in Österreich jährlich etwa 85.000 Kinder geboren und zwischen 45.000 und 80.000 Kinder vor ihrer Geburt getötet. Genaue Zahlen existierten nicht, da in Österreich keine offizielle Abtreibungsstatistik geführt werde.

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