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Köln – Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 500.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, darunter etwa 70.000 Mädchen im Teenageralter. Dies geht aus einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef zur weltweiten [mehr]
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Juli 2006 Sehr geehrte Frau Tegenthoff, vielen Dank für Ihr Schreiben und Ihr Interesse an der Arbeit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DWS). Die DWS setzt sich für eine zukunftsfähige Entwicklung der Weltbevölkerung ein. Dabei unterstützen wir insbesondere die internationalen Aktivitäten zur Umsetzung der Beschlüsse der Weltbevölkerungskonfrenz in Kairo 1994 und Bemühungen für eine menschenwürdige Verlangsamung des Bevölkerungswachstums. Ein Arbeitsschwerpunkt der DSW in Entwicklungsländern ist die Unterstützung von Nicht - Regierungsorganisationen und Selbsthilfegruppen bei der Einrichtung von Programmen und Projekten zur reproduktiven Gesundheit. Die DWS unterstützt auch bereits bestehende Aktivitäten, wenn sie eine Komponente zur reproduktiven Gesundheit enthalten; z.B. in Verbindung mit Umweltschutz oder Einkommen schaffenden Massnahmen. Für die DSW ist Abtreibung keine Methode der Familienplanung. Jährlich finden weltweit etwa 40 - 50 Millionen Abtreibungen statt. Die Hälfte davon wird unter unsicheren, d. h. unhygenischen Umständen, und unsachgemäß durchgeführt. Etwa 78.000 Frauen sterben jährlich an den Folgen einer unsicheren Abtreibung. Das sind 14% aller mit Schwangerschaft und Geburt zusammenhängenden Todesfälle. Auf der Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo haben sich die Staaten darauf geeinigt, dass Abtreibung, dort wo sie legal ist, auch sicher sein soll. Studien belegen, dass die Verhinderung von ungewollten Schwangerschaften durch einen verbesserten Zugang zur Familienplanung der beste Weg ist, die Zahl der Abtreibungen zu verringern. Dennoch trifft die von Ihnen unterstützte Thematik nicht unseren oben beschriebenen Fokus, weshalb wir nicht dazu beitragen können, den Bekanntheitsgrad Ihrer Arbeit zu vergrößern. Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, bedanken uns nochmals für Ihr Interesse und wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüßen Carola Ahlborn Zentralsekretaiat www.weltbevoelkerung.de ************************************************** Wien, 17.7.2006 Sehr geehrte Frau Carola Ahlborn von der deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Herzlichen Dank für Ihre Antwort, die mir sehr zu denken gibt. Zum einen verurteilen Sie Frauen, welche die Abtreibung als eine Methode der Familienplanung anwenden. Manche dieser Frauen haben auch in Europa nicht das Geld für die Pille und Co, andere Frauen welche die Abtreibung als Methode der Familienplanung anwenden tun dieses, weil Sie nicht Dauerhaft ihren Körper vorbeugend mit chemischen Hormonen manipulieren wollen, um eine ev. eintretende Schwangerschaft zu verhüten. Aus meiner Sicht steht es jeder Frau selbstbestimmt zu, mit Ihrem Körper, Sexualität, Fortpflanzungsfähigkeit umzugehen, wie Sie es will und wie Sie es für sich selbst für richtig empfindet. Ich für meinen Teil darf aus gesundheitlichen Gründen Pille und chemische CO nicht anwenden und habe jedes meiner Kinder willkommen geheißen. Mir würde auch für mich selbst nicht im Traum einfallen, Abtreibung anzuwenden. Ich musste eine Abtreibung meiner gesunden Tochter im Jahre 1976 erleben, weil ich Minderjährig war und es in Österreich gesetzlich geregelt vollkommen in Ordnung ist, das andere als die leibliche Mutter über das Ungeborene entscheiden dürfen einzig aus dem Grund, weil die Mutter minderjährig oder besachwaltet ist! Dass Sie das als deutsche Stiftung nicht berührt, empfinde ich als sehr erschütternd! Ich habe im Jahr 2000 zwei Selbsthilfegruppen gegründet eine zum Thema Teenagerelternschaft, die andere zum Thema Abtreibung. Zum Thema Teenagerelternschaft haben mir die obdachlosen schwangeren Jugendlichen die Türe eingerannt sind, weil Sie (genauso wie ich als Jugendliche) erlebt haben: die (zukünftigen) Großeltern machen Druck zur Abtreibung so verlassen die schwangeren Jugendlichen lieber das Elternhaus, um das Leben ihres ungeborenen Kindes zu schützen! Das es in Deutschland und Österreich viel zu wenig Einrichtungen gibt, welche schwangere Frauen ab Schwangerschaftsbeginn aufnehmen, indem Sie den Betroffenen und ihren ungeborenen Kindern ab Schwangerschaftsbeginn ein Dach über dem Kopf bieten, denn nur das wäre wirklich eine Angebot gegen Abtreibung - ist viel zu wenig bekannt. In Wien gibt es inzwischen das Projekt www.babydoll.at mit dem Haus L.E.N.A., welche Frauen unter 21 Jahren ab Schwangerschaftsbeginn anonym aufnimmt. Die Frauenobdachlosigkeit sieht man auf der Strasse nicht, weil die Betroffenen sich andere Lösungen suchen: ausharren in Gewalt- oder Missbrauchsbeziehungen oder Unterschlupf suchend bei einer Freundin, der es meistens (altersbedingt) auch nicht wirtschaftlich gut geht. Unterstützen Sie wirtschaftlich solche Einrichtungen? Dürfen sich solche Einrichtungen an Sie wenden? Ich trete genauso wie Sie dafür ein: wenn schon Abtreibung, dann auf Klinikniveau, um entsprechend hohe Hygienestandarts zu haben und im eigenen Bundesland (!), damit die Frauen nach erfolgter Abtreibung nicht noch stundenlang fahren müssen (Abtreibungstourismus). Doch Österreich setzt bis heute 30 Jahre nach entsprechender Gesetzesänderung! diese Erwartung nicht um!
Zur Aktion Allen Menschen ein Grab was ja das Grundthema meines ersten Briefes war: Sie treten für Menschenwürde ein, doch wenn man Ihnen Klarzulegen versucht, das die Menschenwürde mit dem Tod des ungeborenen Lebens nicht aufhört, sondern das zur Menschenwürde in unserem Kulturkreis ein menschenwürdiges Begräbnis gehört statt als Organabfall definiert und dementsprechend be- und gehandelt zu werden was eigentlich eine Misshandlung darstellt (und weil das menschenunwürdig ist) da stellen Sie Ihre Ohren auf taub. Sie können gerne weiterhin so oberflächlich sein, oder wollen Sie endlich anfangen hier bei uns in Deutschland und Österreich, genauer hinzusehen? Mit freundlichen Grüßen Gunnhild Fenia Tegenthoff
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