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Wien, den 22. Januar 2005 Betreff: ORF Sendung Barabara Karlich Show zum Thema "Abgetrieben – ich hatte keine andere Wahl" (für jene, welche den Beitrag nicht sahen: Angaben zufolge ist das Thema erhältlich im ORF – Shop www.orf.at ) Gestern war die Ausstrahlung auf ORF2 des im Nov. 2004 aufgenommenen Beitrages. Erwähnen möchte ich die sehr fürsorglich erfolgte Aufzeichnung durch das Talk –TV Produktionsteam und Barbara Karlich. www.talk-tv.at Es stimmt leider, das der Gesetzgeber nicht so rechnet wie eine Schwangerschaft gerechnet wird: ein Schwangerschaftsbeginn wird ab dem 1. Tag der letzten Blutung gerechnet, jedoch die Abtreibungsfrist läuft ab tatsächlichem Schwangerschaftsbeginn – und der ist rechnerisch ca 10 -14 Tage nach der letzten Blutung. Ich bin 1960 geboren und ich war als 16 jährige Ende der 16. Woche schwanger – als gegen meinen Willen mein Tochter Barbara starb. Mein Vater wollte die Abtreibung – unter Schlägen brachte er mich zum Einsteigen in sein Auto und in Linz OÖ in die Klinik, wo ein Gyn. Dr. F. Belegebetten hatte. Ich war demnach auf alle Fälle 14 Tage über dem erlaubten Rahmen der Fristenlösung schwanger – und ich hoffte inständig, das dieser Arzt sich vor mich und meine ungeborene Tochter stellt und meinem Vater sagt: eine Abtreibung geht nicht mehr, weil ihre Tochter das Kind will und weil die Schwangerschaft zu weit fortgeschritten ist! Aber dieser Traum wurde nicht wahr, - nicht alle Ärzte fühlen sich dem Leben und der Entscheidungsfreiheit des Patienten gegenüber verpflichtet. Auch die Tatsache, dass vor meinen Augen im Aufwachraum des Linzer AKH am 16.6.1976 mein Vater an Herrn Dr. F. 10.000 S übergab, belegt für mich die Illegalität der soeben vorgenommenen Handlung. Meine Tochter konnte nicht in einem Stück abgesaugt werden, sondern musste im Mutterleib zerstückelt werden – darüber informierte mich Dr. F. persönlich. Wortwörtlich sagte er zu mir nach erfolgter Abtreibung im Aufwachraum: “Du hattest recht! Du warst Ende der 16. Schwangerschaftswoche – deshalb konnte ich sie nicht auf einmal absaugen, sondern ich musste sie in deinem Leib zuerst zerstückeln! Übrigens: es wäre eine Tochter gewesen!“ Auch wenn ein Mädchen, eine Frau sich die Abtreibung ihres ungeborenen Kindes wünscht, hat niemand sich diese herzlosen Worte, diese menschenunwürdige Behandlung verdient wie ich sie persönlich erlebt habe. Damit in Verbindung stelle ich für mich die Frage: wer therapiert /betreut psychologisch die Ärzte und seine Angestellten, welche Abtreibungen durchführen? Seine Brötchen damit zu verdienen = „Frauen zu helfen, ihr unerwünschtes Kind nicht zu bekommen“ ist das eine, das andere ist das seelische Überleben der Ärzte, Assistentinnen, Putzfrauen, …und über das Thema Entsorgung der toten Kinder gehört auch gesellschaftlich laut nachgedacht, denn – was kaum einer weiß: ungeborene tote Kinder gelten erst ab 500 Gramm als bestattungspflichtig! Nach der ersten Traumatisierung (Abtreibung gegen meinen Wunsch) erlebte ich die zweite Traumatisierung: meine Tochter Barbara fand ihre ewige Ruhe nicht menschenwürdig in einem Erd- oder Urnengrab, sondern wurde zusammen mit anderen Organabfällen, in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt! Grabfelder für nichtbestattungspflichtige Kinder gibt es mittlerweile dank Frau Mag. Elisabeth Widensky www.glueckloseschwangerschaft.at österreichweit in jedem Bundesland – sie betreut Familien nach Abortus, Abtreibung (medizinische Indikation), Fehlgeburt, Totgeburt oder Tod kurz nach der Geburt! Ich kenne Elisabeth persönlich. Laut Elisabeth kommt es immer wieder vor, das Frauen ihre toten unter 500 Gramm Kinder beerdigen wollen, die Kliniken ihrerseits bestehen darauf, das diese toten Kinder ins Klinikeigentum übergehen und daher entsprechend den Klinikentscheidungen entsorgt werden – in der Praxis geschieht das u.U. immer noch menschenunwürdig in unseren Müllverbrennungsanlagen! Wir reden auch in diesem Punkt Österreichweit von zumindest 80.000 toten unter 500 Gramm Kindern jährlich, denn es geht in diesem Punkt um alle toten Kinder unter 500 Gramm, unabhängig ihrer Todesursache! Die erwähnte 500 Gramm Marke wird im Laufe des 6. Schwangerschaftsmonats erreicht, bei Mehrlingsschwangerschaften unter umständen später. Diese Nichtbestattungspflicht gehört Österreichweit ganz im Sinne der hinterbliebenen Mütter, Väter, Geschwister, Großeltern, Onkel und Tanten ec geändert – denn alles, was in einer Klinik oder ärztlichen Ordination erfasst und bekannt wird an toten unter 500 Gramm Kindern sollte zumindest einer Sammelbestattung für nichtbestattungspflichtige Kinder zugeführt werden! Ich suche nach einer umsetzbaren Lösung, denn mir ist das Thema, das schwangere (minderjährige) Mädchen und Frauen ab Schwangerschaftsbeginn anonym und kostenfrei eine Unterkunft, Essen, medizinische, psychologische, psyiatrische Betreuung brauchen und von der Gesellschaft, also unabhängig des jeweiligen familiären Umfeldes allen Mädchen und Frauen auch angeboten bekommen sollten, bis wirtschaftlich alles im Sinne der Frau geregelt ist – nach wie vor sehr wichtig. In Wien steht für minderjährige Teenager dafür das Projekt Babydoll www.babydoll.at seit 2003 zur Verfügung, welche angeschlossen ist an die private Klinik Göttlicher Heiland. Ein erster Anfang ist damit – dank Frau Uschi Reim – Hofer (Hebamme) und ihrem Team getan. Ich war damals in Tirol – das heißt: mir wäre wirklich wichtig für den Westen (und Süden) von Österreich inhaltlich eine ähnliche Anlaufstelle verwirklicht zu sehen – es geht hierbei um die Stärkung und Umsetzung des Selbstbestimmungsrechtes von Mädchen und Frauen. Die Schwangeren-Beratungstellen beraten „nur“ – auch ab Schwangerschaftsbeginn! Sie bieten ab Schwangerschaftsbeginn jedoch keine kostenfreie Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeit für Mädchen und Frauen, welche ihr Kind (im Gegensatz zum familiären Umfeld) austragen möchten. Die chronisch überfüllte Mutter – Kind – Einrichtungen nehmen erst gegen Schwangerschaftsende oder gar erst nach der Geburt auf! Allein die Tatsache, das diese Einrichtungen beständig an ihrem Limit arbeiten, bezeugt, wir brennend wichtig dieses Thema für viele Mädchen, Frauen und ihre ungeborenen/ geborenen Kinder ist! Ich halte nichts vom Gedankenansatz der Pro – Life Bewegung, die immer nur darum diskutieren, was Mord ist, ob eine Abtreibung darunter fällt oder nicht darunter fällt. Tatsache aus meiner Sicht und Erfahrung ist, dass es zu dem Thema unterschiedliche Wahrnehmungen von Seiten der Frauen gibt – vermutlich bedingt durch individuelle Sensibilität, Glauben, kulturellem Hintergrund ec. Es handelt sich hierbei um Selbstbetroffene, die den Beginn einer Schwangerschaft selbst erlebt haben – unabhängig davon ob die Betroffenen hernach für oder gegen ihr Kind sich entschieden haben! Für defakto alle Frauen beginnt neues ungeborenes Leben mit der Vereinigung von weiblicher Eizelle und männlichem Samenfaden, denn aus Leben entsteht Leben. Das andere ist die persönliche, individuelle Selbstbewertung jeder einzelnen Frau: für manchen Frauen ist die Einnahme der Pille, welche das Einnisten einer befruchteten Eizelle verhindern soll, schon ein ermorden ihres ungeborenen Kindes, für andere „gröber gestrickte“ Frauen ist selbst das töten jenseits der 12. Schwangerschaftswoche noch kein Mord – denn für diese Frauen gilt der Beginn neuen Lebens erst für den Abschnitt nach der Geburt. Über Abtreibungen gibt es in Österreich keine Aufzeichnungspflicht, über ungewollt ausgetragene Schwangerschaften auch nicht, über lieblose Kindheiten auch nicht. Kolportiert wird, dass jährlich in Österreich 30.000 bis 80.000 Abtreibungen stattfinden – die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen. 1%, also jährlich 3000 bis 8000 Frauen wollen ihr Kind austragen, aber diese Betroffenen können unter jetzigen gesellschaftlichen Bedingungen ihren selbstbestimmten Wunsch, ihr Kind auszutragen, obwohl das familiäre Umfeld für eine Abtreibung ist, nicht umsetzen – dank fehlender Unterstützung außerhalb des familiären Umfeldes. Diese Frauen leiden nach der Abtreibung unterschiedlich stark am PASS – siehe mein persönliches Schicksal. Es muß in der Praxis für alle Mädchen und Frauen in ganz Österreich das Selbstbestimmungs- und Abtreibungsrecht anzuwenden möglich werden, was der Gesetzgeber seit 30 Jahren (!) als Rahmen vorgibt. Mich erschüttert immer wieder, das Frauenhäuser (zuständig für geschlagene, misshandelte Frauen und ihre Kinder) und Mutter – Kind – Einrichtungen ( zuständig für Frauen und ihre neugeborenen Kinder) von allen politischen Ebenen auf den Hungerhacken gehängt werden und Jahr für Jahr darum zittern und bangen müssen, ob sie wiederum die mageren staatlichen Fördergelder erhalten werden! Ich finde, dass daran die gesellschaftliche Frauen- und Kinderfreundlichkeit ablesbar ist – nicht nur an der traurigen Tatschache, das wir als Gesellschaft ganz offensichtlich Einrichtungen wie Frauenhäuser, Mutter-Kind-Einrichtungen und weitere Babydoll – Projekte benötigen! Die von einer Schwangerschaft betroffenen Mädchen und Frauen brauchen ab Schwangerschaftsbeginn allumfassende Information und längerfristig allumfassende Unterstützung, (anonym, kostenfrei, inkl Schafplatz und Essen) als das Sie wirklich selbstbestimmt für oder gegen ihr ungeborenes Kind sich entscheiden können! Aus meiner Sicht tun wir als Gesellschaft erst inhaltlich wirklich etwas gegen Abtreibung, wenn wir Orte geschaffen haben, welche – unabhängig des familiären Umfeldes – die Selbstbestimmung der Mädchen und Frauen über sich selbst einen Platz, Raum, und Zeit bieten! Mich wundert und erschüttert wirklich, das 30 Jahre nach Gesetzlicher Einführung des Abtreibung- und Selbstbestimmungsrecht von Mädchen und Frauen es nicht in jedem Bundesland wenigsten ein solches Frauen- und Kinderschutzprojekt gibt ähnlich dem Projekt Babydoll in Wien für minderjährige schwangere Teenager! Zu ihrer Frage: ob ich nach meiner Abtreibung Hilfe bekommen habe, sagte ich wahrheitsmäß „nein“, denn auf mich zugekommen ist kein Therapeutin oder ähnliches. Selbstverständlich habe ich therapeutische Hilfe mir gesucht, gefunden und mir selbst angedeihen lassen! Für die Auflösung von PASS ist ein Eingriff in das Unterbewusstsein der Betroffenen ein sehr wertvoller, schmerzloser, heilsamer Weg, zB in Verbindung mit der weltweiten Trauerstunde an jedem 2. Sonntag im Dezember von 19 – 20 Uhr zugunsten verstorbener Kinder (egal, wie alt diese in ihrer Todesstunde waren) und der jeweiligen Hinterbliebenen. Welchen Beitrag geben Sie zum Thema Abtreibung? Was bieten Sie beruflich an zum Thema Abtreibung? MFG Gründerin der Selbsthilfegruppen "ich habe abgetrieben - und fiel in ein tiefes Loch" und „Ups, ich bin schwanger – wenn Teenager Eltern werden“ Alles erreichbar über:
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